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Vor gut zwei Jahren übernahm ich eine gebrauchte Digital-Kamera.
Zu Beginn
fotografierte ich verschiedenste Motive, immer auf der
Suche nach besonderen
Blickwinkeln. Möglichst nah an das Motiv gehen, möglichst
tief hinein sehen,
hinein dringen. Am Glas blieb ich hängen, das fasziniert
mich bis heute am
meisten. Stundenlang sass ich vor Flaschen und Gläsern,
tauchte ein in die
Vielfalt der Perspektiven, der Reflexe, der Kombinationen.
In allen
möglichen und unmöglichen Situationen nahm mich
dieses Material gefangen,
liess mich die Kamera holen, fotografieren und ausprobieren.
Irgendwann suchte ich mir ein neues Motiv, das mich genauso
in den Bann
ziehen würde, fand es aber bis heute nicht.
So fotografiere ich nur noch selten - wenn mich erneut
das alte Fieber
packt, dann bestimmt, weil ich wieder zu tief (ein) Glas
angeschaut habe.»
sabin luternauer
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